Die Zukunft hat begon­nen! Wer zuerst lacht, hat ver­lo­ren…

  • Emma und chiara (15

    Die Zukunft hat begon­nen! Wer zuerst lacht, hat ver­lo­ren…

    Ein Gespräch mit der nächs­ten Nisch­ler-Gene­ra­ti­on: die Schwes­tern Chia­ra (23) und Emma (21) unter­hal­ten sich über ihre Plä­ne, über das Hotel und über ihre Bezie­hung – wäh­rend vor der Tür gehäm­mert, gebohrt und beto­niert wird. Der Lin­den­hof baut gera­de in Naturns sei­ne Welt für mor­gen.

    Denkt man in eurem Alter eigent­lich auch dar­über nach, was in zehn, zwan­zig Jah­ren sein wird?

    Emma: Um Got­tes­wil­len. Ich den­ke viel­leicht an mein Stu­di­um, was danach wird, kei­ne Ahnung. Ich mache kei­ne Plä­ne. Es kommt eh immer anders, als man denkt. Oder man muss nach­her sagen: alles lief nach Plan. Nur der Plan war sch…

    Chia­ra: Ich pla­ne schon, es geht doch nicht anders. Wir haben ein Fami­li­en­ho­tel, das soll bei den Nisch­lers blei­ben. Ich kann mir vor­stel­len, das zu über­neh­men, mit unse­rem Vater zu füh­ren und spä­ter hof­fent­lich mit Emma. Und mit 65 sit­ze ich dann mit einem guten Roman in der Lese­ni­sche neben der Bar im Lin­den­hof und schaue zu, wie mei­ne Kin­der den Laden schmei­ßen.

    Emma: Du hast so Vor­stel­lun­gen. Viel­leicht gefällt es mir ja auch, nach dem Stu­di­um als Künst­le­rin zu leben.

    Chia­ra: Das ist ja Plan B von mir. Du ver­dienst als Künst­le­rin das Geld – und ich kann es dann in unser Hotel inves­tie­ren.

    Emma: Plan B gefällt mir. Ich fürch­te, man wird immer mehr in ein Hotel inves­tie­ren müs­sen. Ob die neu­en Schwimm­bä­der auch 20 Jah­re hal­ten wie die letz­ten, ist die gro­ße Fra­ge. Die Kon­kur­renz ist groß, die Gäs­te wer­den anspruchs­vol­ler. Und ich sehe ja jetzt schon im Ser­vice bei mei­nen spo­ra­di­schen Ein­sät­zen, wie ent­schei­dend es ist, gutes Per­so­nal zu haben.

    Chia­ra: Da sind wir uns doch mal einig. Ich will die Mit­ar­bei­ter auch noch mehr ein­be­zie­hen, mit ihnen zusam­men Ide­en und Plä­ne ent­wi­ckeln. Wer die bes­ten Mit­ar­bei­ter hat, wird in Zukunft den har­ten Kon­kur­renz­kampf in Süd­ti­rol gewin­nen, da bin ich sicher.

    Emma: Zwei Frau­en wür­den das viel­leicht ganz gut hin­brin­gen – Mit­ar­bei­ter zu moti­vie­ren, auf sie ein­ge­hen, sie mit ein­zu­be­zie­hen.

    Chia­ra: Das Hotel Pfösl bei Bozen füh­ren zwei Schwes­tern. Und bei Dir klingt das doch jetzt auch schon so, als ob Du es Dir vor­stel­len könn­test.

    Emma: Ser­vice macht mir schon Spaß.

    Chia­ra: Und ich bin im Ser­vice ein Tol­patsch. Nein, ehr­lich: wir ergän­zen uns wirk­lich, weil wir so ver­schie­den sind. Du die Künst­le­rin mit dem beson­de­ren Blick, ich die Mana­ge­rin, die eins und eins zusam­men­zäh­len kann. Wir brau­chen kei­ne Män­ner, um ein Fami­li­en­ho­tel zu füh­ren. Auch wenn das sonst nor­mal ist.

    Emma: Dann sind wir halt nicht nor­mal. Ich habe mit Micha­el noch nie dar­über gere­det, aber ich glau­be nicht, dass er hier ein­stei­gen wür­de.

    Chia­ra:Ich fin­de es auch bes­ser, wenn der Part­ner nicht im glei­chen Betrieb arbei­tet. Dann hat er mehr Abstand und kann bei Fra­gen ganz anders reagie­ren.

    Emma: Wir haben ja das Bei­spiel mit unse­ren Eltern. Das war bei all dem Stress nicht immer so har­mo­nisch, wie es wirk­te. Aber: wir haben nie dar­un­ter gelit­ten, im Gegen­teil. Wir haben gelernt, was es heißt, ein Hotel zu lei­ten.

    Chia­ra: Das stimmt. Lei­der haben die Zwei erst spät gelernt, dass man auch als Chef einen frei­en Tag in der Woche braucht. Den wer­den wir uns von Anfang an neh­men.

    Emma: Plan nicht schon wie­der die Zukunft für mich. Ich wer­de auf jeden Fall noch fünf Jah­re stu­die­ren. Und mit 65 begin­ne ich dann noch ein ande­res Stu­di­um. Das weiß ich. Was dazwi­schen sein wird, weiß ich nicht.

    Chia­ra: Ich merk schon, ich wer­de alles tun müs­sen, damit mein Vater gesund bleibt und noch vie­le Jah­re mit mir durch­hält. Am bes­ten, ich las­se ihn nicht mehr Auto fah­ren. Bei sei­nem Fahr­stil habe ich immer Angst.

    Emma: Unse­ren Vater brauchst Du sowie­so. Kei­ne von uns ist so kom­mu­ni­ka­tiv wie er. Ich bewun­de­re ihn, wie er mit jedem Gast das Rich­ti­ge reden kann. Auf Knopf­druck.

    Chia­ra: Viel­leicht kann man das ja trai­nie­ren.

    Emma: Wie denn?

    Chia­ra: Wir müs­sen halt mal damit anfan­gen, ein Jahr lang nur Blöd­sinn zu reden…

     

    Zur Per­son:

    „Sie woll­te nie mit mir spie­len – und hat mir immer mei­ne Pup­pe weg­ge­nom­men”, sagt Emma Nisch­ler (21) über ihre zwei Jah­re älte­re Schwes­ter Chia­ra. Trotz­dem ver­ste­hen sie sich bis heu­te sehr gut, auch wenn ihre Wege unter­schied­lich ver­lau­fen sind: Chia­ra stu­diert Wirt­schaft & Manage­ment in Inns­bruck und arbei­tet bereits in der Rezep­ti­on, Emma stu­diert Kunst in Flo­renz und hilft häu­fig im Ser­vice aus. Bei­de haben mit ihren Eltern Lorel­la Long­hita­no und Joa­chim Nisch­ler lan­ge im Lin­den­hof gelebt.

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