Und alles nur, weil ich die lie­be…

  • Jan und Beti Hochzeit

    Und alles nur, weil ich die lie­be…

    Die 29-jäh­ri­ge Bank­ma­na­ge­rin aus Ost­ra­va wuss­te schon mit 18, dass sie den Chef de Rang des Lin­den­hofs hei­ra­ten will. Sie wuss­te nur nicht, dass der Weg bis zur Hoch­zeit so hart wird.

     

    Alz­be­ta Ková­co­vá erin­nert sich noch genau an ihre ers­te Zeit in Naturns. „Was willst Du denn mit die­sem Lebens­lauf bei uns?”, hat jeder Hote­lier im Vinsch­gau die ehe­ma­li­ge Bank­ma­na­ge­rin aus Ost­ra­va gefragt und sie wie­der weg­ge­schickt. Und als sie dann ein paar Wochen spä­ter end­lich ihren ers­ten Job bekam, saß sie in den mor­gend­li­chen Arbeits­stun­den mehr auf der Toi­let­te als dass sie im Hotel bedien­te. „Ich hab nur geweint.” Sie sprach kein deutsch, ver­stand kei­nen Gast und hat­te kei­ne Ahnung von Ser­vice und Abläu­fen. Alz­be­ta, die alle nur Bety nen­nen, lacht. Heu­te. „Damals habe ich mich in jeder Minu­te gefragt: Was machst du eigent­lich hier?”

     

    Die Ant­wort war sim­pel: Bety hat­te ein Ziel – sie woll­te Jan. Jan Karel, Tsche­che, Welt­rei­sen­der aus Ost­ra­va und seit zehn Jah­ren sess­haft in Naturns. Im Lin­den­hof. Heu­te als Chef de Rang. Für ihn und ihre Lie­be gab sie alles auf – und fing in einem 24-Qua­drat­me­ter-Zim­mer neu an.

     

    Mit 15 hat sie Jan zum ers­ten Mal gese­hen. In ihrer Hei­mat­stadt. In Ost­ra­va. In der Stra­ßen­bahn. „Mein Bru­der und sei­ne Freun­de waren schon ganz auf­ge­regt. ,Heu­te kommt Jan, heu­te kommt Jan´, haben sie immer erzählt und sich auf den Besuch ihres Kum­pels gefreut. Ja – und dann kam Jan”, erzählt Bety von ihrer ers­ten Begeg­nung. Und ihre Augen strah­len. Mit 18 hat sie sich end­gül­tig in den gro­ßen, gut­aus­se­hen­den Lands­mann ver­liebt. In einer Bar in Ost­ra­va. Und er sich in sie.

     

    Lan­ge aber sah es nach Romeo und Julia aus. Sie woll­te nach ihrem Staats­ex­amen an der Uni nicht weg aus Ost­ra­va, er woll­te nicht weg aus Naturns. Und irgend­wann war „Julia” Ková­co­vá klar, dass sie ihren „Romeo” Karel nur fan­gen kann, wenn sie in sein Revier ein­zieht. Am 14. Juli 2011 zog sie nach Naturns – und in sei­ne Jung­ge­sel­len­bu­de im Lin­den­hof-Team­hou­se ein. „Die Umstel­lung war bru­tal. In die­ser ande­ren Welt war ich gar nichts mehr”, sagt Bety. Drei Jah­re, hat sie Jan gesagt, ver­su­che sie es. Drei Jah­re und nicht län­ger.

     

    Sechs Jah­re spä­ter leben sie noch immer in Naturns. Auf 24 Qua­drat­me­tern im Team­hou­se im Lin­den­hof. Sie wol­len Geld spa­ren. Für den Pala­vahof, eine eige­ne Pen­si­on in Süd­mäh­ren. Es ist das nächs­te Ziel von Bety, die sich auch in Naturns behaup­tet hat. Sie spricht deutsch, sie ist aner­kannt, arbei­tet als Chef de Rang im Hotel „Pro­ku­lus”. Sie weiß, was sie will. Und wie sie es schafft. Am 26. August 2017 hat sie Jan gehei­ra­tet. In Pala­va. Neben dem Pala­vahof.

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