Tipps von Joachim: die beste Urlaubszeit in Südtirol

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    Tipps von Joachim: die beste Urlaubszeit in Südtirol

    Viele fragen sich, wann denn die beste Jahreszeit für einen Urlaub in Südtirol ist. Für Joachim Nischler steht das eindeutig fest: „Im Frühling, im Sommer, im Herbst und im Winter“, sagt der Hotelchef des  Viersterne S-Hotels Lindenhof in Naturns und lacht. Was nach billiger Fremdenverkehrswerbung klingt, kommt bei einem wie Joachim aber wirklich aus vollstem Herzen. Der Mann liebt seine Heimat. 365 Tage im Jahr. Trotzdem ist dem Tourismusexperten natürlich klar, dass Urlauber nicht –wie er – das ganze Jahr hier verbringen können. Deshalb gibt er individuelle Tipps, wem zu welcher Jahreszeit die Auszeit im Vinschgau am besten nützt. Und keiner weiß das so gut wie er. Schließlich hat der 46-Jährige hier bei Meran schon 46 Frühlinge, 46 Sommer, 46 Herbste und 46 Winter verbracht. „„Das Schöne an Südtirol ist doch, dass jeder bei uns auf seine individuelle Art entschleunigen kann“, sagt Joachim, der genau weiß, wann der Bergsteiger oder Wanderer den Blick von den Bergen am besten genießen kann, wann der Biker ohne zu viel Gegenverkehr aufs Stilfser Joch kommt, und wann die beste Zeit für den Gourmet ist, der auf erntefrische Produkte aus Südtirol steht.

    „Südtirol wäre für mich immer eine Reise wert. Schon allein wegen des Klimas – im Norden alpin-frisch und im Süden mediterran-mild. Während auf den Bergen noch der Schnee glitzert, genießen die Leute im Tal schon die wärmenden Sonnenstrahlen auf der Terrasse“, schwärmt Joachim auch in der neuesten Ausgabe der Lindenhof-Hotelzeitung SUITE, die Ende Februar erscheinen wird. Er spricht von einem Land der Gegensätze. „Das fängt beim Klima an: Im Norden herrscht schroffe Alpenlandschaft, im Süden wächst mediterrane Vegetation. Die Geschichte hat in Südtirol gleich mehrere Kulturen miteinander verschmolzen – die italienische Leichtigkeit mit der Südtiroler Bodenständigkeit. Auf den Straßen unterhalten sich die Personen auf Tirolerisch oder Italienisch. In einigen Tälern mischt sich auch noch das Ladinische dazu. Und dieser Mix aus kulturellen und landschaftlichen Stilen macht Südtirol für mich zum perfekten Reiseziel für jedermann.“

    Joachims Saisons-Höhepunkte

    Der Gourmet:

    „Zu einem köstlichen Essen und einem guten Glas Wein kann ich nie nein sagen. Egal ob das jetzt auf einer Alm bei einem Speckbrettl oder beim Edel-Italiener in der Stadt ist. Die Gegensätze der Südtiroler Kultur spiegeln sich auch in der Küche wieder. Auf den Tellern landen in Südtirol nicht nur rustikale Spezialitäten – es mischen sich auch viele mediterrane Leckerbissen dazu. Für mich ist Regionalität und Qualität der Produkte an oberster Stelle, nicht nur für mich privat, sondern auch für meine Gäste im Hotel. Wein, Käse, Speck, Brot, Obst und Gemüse stammen meist vom Winzer, Bauern, oder Bäcker um die Ecke. Oder aus meinem eigenen Garten. Diese Lebensmittel werden in Südtirol dann entweder nach traditionellen Rezepten zubereitet oder bilden die Basis innovativster Kochideen. Joachim Blauburgunder VogeltennDas gilt natürlich für das ganze Jahr, trotzdem gibt es noch besondere kulinarische Highlights in Südtirol. Wer gerne Spargel isst, sollte uns im April und Mai besuchen, wer ein Fan des Törggelen ist im Oktober und November bei uns richtig. Generell ist der Herbst die Hochsaison der Gaumenfreuden. Zu dieser Zeit fühlen sich – bei insgesamt durchschnittlichen 1.800 Sonnenstunden pro Jahr und Temperatur-Mittelwerten von 18°C – Weinstöcke und Obstbäume besonders wohl. Die Trauben werden dann im Herbst von den Reben geholt und zu preisgekrönten Spitzenweinen verarbeitet. Vielleicht schafft es ja auch mein Blauburgunder von der Vogeltenn mal aufs Stockerl. 🙂 Besonders imposant ist auch die Apfelernte im Herbst: Millionen von Äpfeln werden geerntet und zu vielen Köstlichkeiten weiterverarbeitet oder um die ganze Welt geschickt. Ich habe schon öfters im Urlaub in Ägypten oder Spanien einen Apfel aus dem Vinschgau am Buffet entdeckt, das macht mich als Vinschger natürlich besonders stolz.“

    Der Wanderer und Bergsteiger

    „Ich erinnere mich noch gut an früher, als mein Vater das Hotel führte. Da kamen fast alle Touristen nur zum Wandern nach Südtirol. Heute ist das Wandern und Bergsteigen zwar nach wie vor einer der Hauptgründe für einen Urlaub bei uns, aber längst nicht mehr der einzige Grund. Das Land bietet so viel mehr. Aber auch ich verbringe viele freie Stunden in den Bergen – ich gehe spazieren, ich jogge und ich klettere auch manchmal hoch hinaus. Die milden Temperaturen im Frühling laden zum Spazieren auf den zahlreichen Waalwegen im Vinschgau ein. Im Sommer zieht es mich dann auf die erfrischenden Höhen des Naturparkes Texelgruppe, und im Herbst lockt mich die schier unendliche Fernsicht auf die höchsten Gipfel. Wenn man den Sagen glaubt, kann man von einigen der 100 Dreitausender bei guter Sicht sogar bis nach Venedig sehen. Ich persönlich habe jetzt noch nie sooo weit gesehen, aber ich brauche inzwischen aber auch schon eine Brille, wenn ich die Speisekarte lesen will. 😉 IMG_0726Vielleicht seht Ihr ja so weit. Auch im Winter muss ich nicht auf das Wandern in den Bergen verzichten. Die Wanderwege in den Tälern und im Süden Südtirols sind fast das ganze Jahr über schneefrei, und wenn ich doch höher hinaus will, schnall ich mir einfach die Schneeschuhe an. Es gibt doch nichts Schöneres als durch eine verschneite Winterlandschaft im Martelltal oder im Schnalstal zu laufen. Informiert Euch aber unbedingt bei uns über den aktuellen Lawinenbericht in Südtirol. Die meisten Almen haben von Ende März bis Anfang November geöffnet, aber viele Hütten haben auch im Winter noch offen und empfangen die Schneeschuh-Wanderer mit einer warmen Suppe. Ihr solltet euch aber trotzdem über die Öffnungszeiten der Almen im Winter erkundigen.“

    Der Biker

    „Wie die meisten von euch wissen, bin ich trotz Bergsteigen und Wandern am liebsten auf dem Bike unterwegs – ob mit dem Rennrad auf den Passstraßen oder mit dem Mountainbike auf den Trails des Naturnser Nörderbergs. Mtb 10Der Vinschgau hat zusammen mit dem Meraner Land die längste Bikesaison in den Alpen. Von Ende März bis Ende November können die Gäste (und ich) das Glück auf zwei Rädern genießen. Das gibt’s sonst fast nirgends. Manchmal bin ich sogar im Winter noch auf dem Bike unterwegs. Ich muss ja trainieren für das Stilfser Joch. Freiwillig schenke ich die Gutscheine für die Stilfser Joch-Wette nicht an meine Gäste her. Ganz bestimmt nicht. Für Familien oder Genussradler empfehle ich die Via Claudia Augusta. Dieser Radweg führt vom Reschensee bis zum Gardasee. Abseits des Autoverkehrs kann man hier gemütlich der Etsch entlang treten, vorbei an zahlreichen Schlössern und Burgen.“

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