Nach 23 Jah­ren Aus­bil­dung – Chia­ra Nisch­ler ist Juni­or­che­fin im Lin­den­hof

  • Chiara Speisesaal (7)

    Nach 23 Jah­ren Aus­bil­dung – Chia­ra Nisch­ler ist Juni­or­che­fin im Lin­den­hof

    „Wir haben ein Fami­li­en­ho­tel. Das soll auch bei den Nisch­lers blei­ben“, sagt die 23-jäh­ri­ge Chia­ra. Von die­ser Sai­son an  gehört die Toch­ter von Joa­chim Nisch­ler und Lorel­la Long­hita­no zum Füh­rungs­ma­nage­ment im Erleb­nis & Genuss Resort Lin­den­hof in Naturns.

    Der Repor­ter, der sie einst mit Paris Hil­ton ver­glei­chen woll­te, wird es nie wie­der tun. „Wir kom­men Sie jetzt auf die­se Tus­si?“, frag­te Chia­ra Nisch­ler ver­är­gert – und das nicht nur, weil das Hotel ihres Vaters in Naturns im Vinsch­gau steht und die Hil­tons ihre Häu­ser in New York, Paris und Lon­don haben. Denn die„Lindenhof“-Tochter weiß auch – im Gegen­satz zu Frau Hil­ton – was es heißt, in einem Hotel zu arbei­ten. Schon als klei­nes Mäd­chen muss­te sie mit ihrer Schwes­ter Emma in den Feri­en jedes Jahr in einer ande­ren Abtei­lung job­ben. „Einen Som­mer lang haben wir in der Küche Gemü­se geputzt, einen ande­ren waren wir nur in der Bügel­stu­be“, erzählt Chia­ra. Jetzt ist sie 23 und als Che­fin der Rezep­ti­on neben ihrem Vater Joa­chim Nisch­ler in der Geschäfts­lei­tung. „Ich habe es qua­si von Geburt an mit­be­kom­men, was es heißt, ein Hotel zu lei­ten“, sagt sie.

    Chia­ra Nisch­ler weiß, wie es nicht geht. „Unse­re Eltern haben viel zu spät gemerkt, dass man neben der har­ten Arbeit auch noch Raum für ein Pri­vat­le­ben braucht“, sagt sie. Bis 2007 hat die Fami­lie im Hotel gelebt, war 24 Stun­den am Tag nur für die Gäs­te da. Erst danach haben sich die Nisch­lers ein eige­nes Heim abseits der Arbeit geschaf­fen, heu­te ver­su­chen sie es sogar mit einem frei­en Tag in der Woche. Der muss sein, davon ist die Hotel­toch­ter über­zeugt. „Man braucht einen pri­va­ten Frei­raum abseits des Hotels. Weg  von dem Stress, der Hek­tik und manch­mal auch von den Sor­gen.“

    Chia­ra Nisch­ler weiß, wie es geht. Sie hat im Mai 2016 nach zwei Jah­ren Höhe­rer Hotel­fach­schu­le am Kai­ser­hof in Meran das Diplom als Hotel­fach­frau absol­viert, sie hat in Inns­bruck Wirt­schaft und Manage­ment stu­diert, und sie hat Prak­ti­ka in ande­ren Hotels gemacht. „Orga­ni­sa­ti­on war schon immer mein Ding“, sagt die jun­ge Frau, die als Kind nach einer eige­nen schwe­ren Ope­ra­ti­on eigent­lich mal Ärz­tin wer­den woll­te. Jetzt sitzt sie glück­lich im Hotel­bü­ro und hat ande­re Plä­ne. „Ich will unse­re Mit­ar­bei­ter noch mehr ein­be­zie­hen als bis­her, mit ihnen gemein­sam Ide­en ent­wi­ckeln. Denn eines ist mei­nem Vater und mir klar: Nur wer die bes­ten Mit­ar­bei­ter hat, wird in Zukunft in dem har­ten Kon­kur­renz­kampf in Süd­ti­rol mit­hal­ten kön­nen.“

    Opa Wer­ner Nisch­ler (76) und Vater Joa­chim Nisch­ler (49) hören den Visio­nen der 23-Jäh­ri­gen ger­ne zu. „Wir haben in der Win­ter­pau­se die Hard­ware ver­bes­sert und unser Hotel aus­ge­baut, mit Chia­ra wer­den wir auch die Soft­ware und den inter­nen Ablauf auf einen noch bes­se­ren Stand brin­gen. Ich bin sicher: unse­re Gäs­te wer­den genau­so begeis­tert sein wie ich“, sagt der stol­ze Vater, der immer beton hat, kei­ne sei­ner Töch­ter zwin­gen zu wol­len, den Betrieb zu über­neh­men. Und der doch jedem Gast gleich nach die­sem Satz erklärt hat, wie toll das für ihn wäre, wenn Chia­ra und Emma im Lin­den­hof ein­stei­gen wür­den.

    Chia­ra ist da. Und sie hat jetzt nur noch zwei Wün­sche. Zum einen, dass Emma, die zur Zeit Kunst in Flo­renz stu­diert, bald nach­kom­men wird. „Wir haben ein Fami­li­en­ho­tel. Das soll bei den Nisch­lers blei­ben“, sagt sie. Und zum ande­ren, dass nie wie­der einer die­ser Jour­na­lis­ten eine Geschich­te über sie mit Paris Hil­ton beginnt.

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