Renn­rad Tipps für Herbst und Win­ter – Off­sea­son ist
Ein­stel­lungs­sa­che!

  • Rennrad Tipps für die Offseason

    Renn­rad Tipps für Herbst und Win­ter – Off­sea­son ist
    Ein­stel­lungs­sa­che!

    Ein Renn­rad-Urlaub in Süd­ti­rol im Früh­ling oder Som­mer ist eine wah­re Freu­de; sogar in den frü­hen Herbst­ta­gen, wenn die nach­las­sen­den Son­nen­strah­len noch wär­men und die Natur in Gold- und Oran­ge­tö­ne getaucht ist, kann man gern noch die eine oder ande­re Aus­fahrt wagen. Spä­tes­tens Ende Okto­ber ist für die meis­ten dann Schluss. Regen, Schnee, im tie­fen Win­ter auch Tem­pe­ra­tu­ren um null Grad, das ist wahr­lich kein Wet­ter mehr zum Renn­rad­fah­ren. Vie­le stei­gen auf das Moun­tain­bike oder gänz­lich ande­re Sport­ar­ten wie Lang­lau­fen, Ski­fah­ren oder Schnee­schuh­wan­dern um, ande­re holen sich die nöti­ge Dosis Pedal-Umdre­hun­gen auf dem Rol­len­trai­ner oder dem Spin­ning im Fit­ness­stu­dio. 

    Wir vom Bike-Hotel Lin­den­hof in Naturns in Süd­ti­rol fin­den: Das muss nicht sein! 

    Die gute Nach­richt: Es gibt kei­ne Off­sea­son!  

    Sie haben rich­tig gehört. Der Renn­rad-Sport liegt uns im Blut, schließ­lich ist Hotel­chef Joa­chim Nisch­ler seit sei­ner Jugend begeis­ter­ter Renn­rad­ler und wid­met einen guten Teil sei­ner Zeit (und des Hotel­an­ge­bots) sei­nem Lieb­lings­sport. Da schmerzt die Vor­stel­lung, bis zu vier Mona­te im Jahr nicht auf dem Rad sit­zen zu “dür­fen”, schon ein wenig. Wir haben gute Nach­rich­ten für jeden, dem es ähn­lich ergeht: Die Off­sea­son, also die Zeit außer­halb der “offi­zi­el­len” Renn­rad­sai­son, ist nicht ver­pflich­tend

    Klar, wer als Pro­fi von März bis Okto­ber tau­sen­de Kilo­me­ter auf dem Road­bike abstram­pelt und viel­leicht neben­bei noch Lauf- und Schwimm­trai­ning im Zuge des Tri­ath­lons betreibt, der braucht Ruhe und Ent­span­nung zwangs­läu­fig, um im nächs­ten Jahr wie­der voll durch­zu­star­ten. Doch für den Durch­schnitts­renn­rad­ler? Der den Sport aus Spaß und zur Ver­bes­se­rung der kör­per­li­chen Fit­ness betreibt oder als Alter­na­ti­ve zum Auto auf dem Weg zur Arbeit sieht? Die­ser kann sich auf ganz­jäh­ri­ge Action auf dem Renn­rad freu­en, wenn er unse­re Renn­rad-Tipps für Herbst und Win­ter beher­zigt. Schließ­lich bringt es vie­le Vor­tei­le: Man bleibt im Trai­ning und kann im Früh­jahr mit mehr Kon­di­ti­on durch­star­ten, Win­ter­speck setzt sich durch die Bewe­gung gar nicht erst an, die fri­sche Luft stärkt das Immun­sys­tem, das Fah­ren in schlech­ter Wit­te­rung för­dert die Auf­merk­sam­keit auf der Stra­ße und ver­bes­sert die Fahr­tech­nik.

    Ein­fach ohne Über­gang mit Som­mer­aus­rüs­tung und -trai­nings­an­satz drauf­los­zu­tre­ten geht natür­lich nicht, doch mit ein paar Anpas­sun­gen an Fah­rer und Bike ist dem Renn­rad­ver­gnü­gen auch in käl­te­ren Tem­pe­ra­tu­ren nichts ent­ge­gen­zu­set­zen. 

    Renn­rad Tipps für das Bike – Rei­fen, Rah­men und Beleuch­tung

    Am bes­ten wäre natür­lich ein eige­nes Renn­rad nur für die käl­te­ren Mona­te, das man nach Her­zens­lust durch Regen, Schnee und Eis quä­len kann. Da das, sei es aus finan­zi­el­len oder Platz­grün­den, nicht jedem mög­lich ist, hier ein paar Tipps, wie Sie Ihr gelieb­tes Bike win­ter­taug­lich machen:

    Rei­fen

    Gene­rell wird emp­foh­len, im Spät­herbst und Win­ter auf brei­te­re Rei­fen mit här­te­rem, grif­fi­ge­rem Mate­ri­al umzu­stei­gen. Die­se soll­ten zudem ein klei­nes biss­chen weni­ger Rei­fen­druck als im Som­mer haben, um die Trak­ti­on noch­mals zu erhö­hen. Vie­le Her­stel­ler bie­ten inzwi­schen spe­zi­el­le Rei­fen für schlech­te­re Wit­te­run­gen an, die mit grö­be­rem Pro­fil, bes­se­rem Pan­nen­schutz und grö­ße­rem Volu­men mehr Sicher­heit bie­ten, ohne all­zu viel Geschwin­dig­keit und Fahr­spaß ein­zu­bü­ßen. Natür­lich ist die Kur­ven­la­ge trotz aller ange­pass­ten Mate­ria­li­en auf kal­tem und nas­sem Unter­grund eine ande­re, das hängt aber prin­zi­pi­ell vom Kön­nen des Fah­rers ab. Eini­ge begeis­ter­te Win­ter-Renn­rad­ler schwö­ren auf Tubeless-Rei­fen, da sie aber ihre ganz eige­nen Unter­schie­de bei Mon­ta­ge und War­tung mit­brin­gen, sol­len sie hier nur am Ran­de erwähnt wer­den. 

    Rah­men

    Der Gedan­ke, den teu­ren, wun­der­schö­nen Car­bon­rah­men des gelieb­ten Bikes dem Streu­salz, Splitt und feuch­ten Wet­ter aus­zu­set­zen, lässt man­chem die Haa­re zu Ber­ge ste­hen. Die Angst ist unbe­grün­det, denn gera­de Car­bon ist eher unemp­find­lich gegen­über den Ele­men­ten. Es ros­tet nicht und zer­kratzt nur ober­fläch­lich, hält also mehr aus als man den­ken könn­te. Trotz­dem soll­ten ein­la­mi­nier­te oder mon­tier­te Alu­mi­ni­um­tei­le und diver­se Ele­men­te der Schal­tung und die Ket­te gewis­sen­haft gepflegt wer­den. Kur­zes Ein­fet­ten wo nötig und Abdich­ten von klei­nen Schlit­zen und Uneben­hei­ten im Rah­men mit spe­zi­el­ler Mon­ta­ge­pas­te erhöht die Lebens­dau­er erheb­lich. Nach einem action­rei­chen Win­ter auf dem Renn­rad kann es außer­dem sinn­voll sein, bei Rädern mit mecha­ni­scher Schal­tung Züge und Zug­hül­len aus­zu­tau­schen. Direkt nach der Rück­kehr von einer Win­ter­tour soll­te man das Rad immer mit Schwamm und stark ver­dünn­tem Spül­mit­tel­was­ser waschen und wenn mög­lich mit einem wei­chen Hand­tuch trock­nen.

    Nicht zwin­gend nötig sind Schutz­ble­che, die jedoch nur Vor­tei­le brin­gen, wenn man nas­se und ver­dreck­te Bau­tei­le und Klei­dung ver­mei­den möch­te. Fix ver­schraub­te Model­le sind nicht mit allen Renn­rä­dern kom­pa­ti­bel, inzwi­schen wer­den aber eini­ge Schutz­ble­che ange­bo­ten, die mit Gum­mi­bän­dern, star­ken Magne­ten oder Klick-Mecha­nis­men an- und abmon­tiert wer­den kön­nen. Wer nicht gera­de mit­ten in einen Schnee­sturm gerät oder einen spek­ta­ku­lä­ren Unfall baut, dem wer­den sie gute Diens­te leis­ten.

    Beleuch­tung

    Last but not least, das Licht. Beson­ders im Win­ter wird es frü­her dun­kel und nicht jeder Renn­rad­ler, der den Sport nicht pro­fes­sio­nell betreibt, ver­fügt über den Luxus bei Tages­licht zu fah­ren. Hier ist Beleuch­tung vor­ne und hin­ten Pflicht, sowie reflek­tie­ren­de Ele­men­te an Rah­men und Spei­chen ange­ra­ten. Beson­ders beim vor­de­ren Licht soll­te auf kei­nen Fall gespart wer­den. Die Fixie­rung soll­te Erschüt­te­run­gen stand­hal­ten und sich weder von Schwer- noch Flieh­kraft son­der­lich beein­flus­sen las­sen. Nichts ist schlim­mer, als auf einer lan­gen Fahrt alle hun­dert Meter stop­pen zu müs­sen, um das Licht neu aus­zu­rich­ten. Das Licht selbst soll­te hell und in einem wei­ten Kegel strah­len, die meis­ten Her­stel­ler bie­ten LEDs mit erstaun­li­chen Lumen-Zah­len für wenig Geld an.

    Ein sprin­gen­der Punkt ist hier die Strom­ver­sor­gung des Lichts. Eine Pan­ne oder sons­ti­ge Ver­zö­ge­rung kann schnell eine Wei­ter­fahrt in abso­lu­ter Dun­kel­heit her­bei­füh­ren. Da soll­te man sich auf das Licht ver­las­sen kön­nen! Der alt­be­währ­te Naben­dy­na­mo ist eine Mög­lich­keit; aller­dings gibt es inzwi­schen eine Viel­zahl von akku­be­trie­be­nen Leuch­ten, die mit einem USB-Anschluss rela­tiv schnell gela­den wer­den kön­nen. Kurz vor der Fahrt zu Hau­se oder im Büro eine hal­be Stun­de an das Kabel und schon hal­ten sie eine Fahrt von meh­re­ren Stun­den ohne Pro­ble­me durch.

    Renn­rad Tipps für den Fah­rer: Zwie­bel­look, Sicht­bar­keit, Trai­nings­an­satz & Rege­ne­ra­ti­on

    Auch am Fah­rer selbst müs­sen für den Renn­rad-Sport in den käl­te­ren Mona­ten eini­ge Ver­än­de­run­gen vor­ge­nom­men wer­den. Ein­fach mit einem kur­zen Bike-Dress drauf­los­zu­ra­deln wird wahr­schein­lich nie­man­dem ein­fal­len, trotz­dem gibt es aber eini­ge Din­ge zu beach­ten:

    Klei­dung

    Die Vor­lie­ben an Mate­ria­li­en, Optik, Schnitt und Tra­ge­kom­fort der ver­schie­de­nen Out­fits sind so ver­schie­den wie deren Trä­ger selbst. Es gibt aller­dings gewis­se grund­le­gen­de Din­ge, die man beach­ten soll­te. Tipp: die von der Klei­dung gespen­de­te Wär­me soll­te “gera­de so” aus­rei­chen, d.h. wenn Sie trö­deln oder ste­hen­blei­ben soll­ten sie ganz leich­te Käl­te ver­spü­ren. So gewähr­leis­ten Sie, dass die von der Bewe­gung erzeug­te Wär­me Sie nicht all­zu viel schwit­zen lässt, was spä­ter zum Pro­blem wer­den könn­te. Ther­mo-Klei­dung gibt es wie Sand am Meer, aber sie kann eine gewis­se Käl­te­re­sis­tenz des Trä­gers und sein Gefühl für die Tem­pe­ra­tur­re­gu­lie­rung des eige­nen Kör­pers nicht erset­zen.

    Von innen nach außen soll­te Ihr Zwie­bel­look all­ge­mein so aus­se­hen (die Anzahl der Schich­ten müs­sen natür­lich mit fal­len­den Außen­tem­pe­ra­tu­ren oder per­sön­li­chen Prä­fe­ren­zen über­ein­stim­men):

    • Ther­mo- oder Meri­no-Unter­hemd
    • kur­zes Tri­kot oder enges T-Shirt aus syn­the­ti­schem Stoff
    • ein dickes Lang­arm­tri­kot
    • eine Softs­hell­ja­cke (bzw. dicke­re Regen­ja­cke bei star­kem Wind)
    • bei Tem­pe­ra­tu­ren um den Gefrier­punkt einen Ohren­schüt­zer oder Hau­be
    • Win­ter­ho­se ohne Pols­ter
    • Meri­no-Socken
    • Win­ter­schu­he
    • Über­schu­he (vor­zugs­wei­se aus Neo­pren)
    • ver­kleb­te (nicht genäh­te!) Hand­schu­he, Län­ge je nach Käl­te
    • Klar­glas­bril­le zum Schutz der Augen vor der kal­ten Luft
    • etwas fet­ti­ge Haut­creme auf den Lip­pen, bei star­ker Käl­te auch dem Rest des Gesichts

    Sicht­bar­keit

    Viel gibt es zu die­sem Punkt nicht zu sagen, doch weg­las­sen darf man ihn kei­nes­falls: da Sie viel im Dun­keln fah­ren wer­den, müs­sen Sie weit­hin sicht­bar sein. Wäh­len Sie Klei­dung in grel­len Far­ben mit reflek­tie­ren­den Ele­men­ten, rüs­ten Sie Ihr Bike und den Helm mit han­dels­üb­li­chen Reflek­tor­sti­ckern nach, mon­tie­ren Sie Kat­zen­au­gen auf Ihren Spei­chen, ver­wen­den Sie ein Rück­licht mit akti­vem Licht anstatt eines rück­strah­len­den und und und… Sie müs­sen auf Ihrer Aus­fahrt im Win­ter nicht gera­de leuch­ten wie ein Christ­baum auf dem Weih­nachts­markt, ent­ge­gen­kom­men­de Fahr­zeu­ge und ande­re Rad­fah­rer soll­ten Sie jedoch vor allem in kur­vi­gem, unüber­sicht­li­chem Gelän­de von wei­tem erken­nen kön­nen. Die Kom­bi­na­ti­on aus schlech­ter Sicht und gefähr­lich rut­schi­gem Unter­grund hat schon so man­ches Unglück ver­ur­sacht, das mit bes­se­rer Sicht­bar­keit gemil­dert oder ver­hin­dert hät­te wer­den kön­nen.

    Trai­nings­an­satz & Rege­ne­ra­ti­on

    Zu guter Letzt gilt: Die käl­te­ren Tem­pe­ra­tu­ren for­dern den Kör­per anders, als es die ange­neh­me Som­mer­wär­me tut. Nie­mand wird im tiefs­ten Dezem­ber ver­su­chen, Best­zei­ten ein­zu­fah­ren und Rekor­de zu bre­chen. Fah­ren Sie län­ge­re aber ein­fa­che­re Stre­cken, um Ihre Aus­dau­er in Schuss zu hal­ten. Las­sen Sie die Stopp­uhr zuhau­se, oder beach­ten sie zumin­dest nur als gro­be Richt­li­nie. So erhal­ten Sie Ihre Kon­di­ti­on für das Durch­star­ten im Früh­jahr und kön­nen neben­bei an Ihrer Fahr­tech­nik fei­len, ohne sich zu sehr zu ver­aus­ga­ben.

    Auch die Rege­ne­ra­ti­on nimmt an Wich­tig­keit zu. Ernäh­ren Sie sich vor und nach dem Fah­ren gesund und voll­wer­tig, schla­fen Sie genug, und gön­nen Sie Ihren Mus­keln hie und da eine wohl­tu­en­de Mas­sa­ge oder einen Sau­na­gang. Sie wer­den es Ihnen dan­ken!  

    Wir hof­fen, unse­re Tipps für die Off­sea­son (die es, wie wir gezeigt haben, nicht wirk­lich gibt) hel­fen Ihnen, den Fahr­spaß und das Trai­ning in Herbst und Win­ter auf­recht zu erhal­ten. Unab­hän­gig von der Jah­res­zeit ste­hen wir im Bike-Hotel Lin­den­hof in Naturns Ihnen ger­ne mit Rat und Tat und dem per­fek­ten Renn­rad-Ange­bot auch für Sie zur Ver­fü­gung!

    Bild­quel­le © IDM Südtirol/Benjamin Pfit­scher

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