315 Son­nen­ta­ge in Naturns

  • Abend Terrasse

    315 Son­nen­ta­ge in Naturns

    … aus der Sicht von Seni­or­chef Wer­ner Nisch­ler

     315 Son­nen­ta­ge im Jahr hat Naturns laut Tou­ris­mus­ver­ein, was sicher stimmt, weil in Naturns auch die Son­ne scheint, wenn sie ein ver­schla­fe­ner Urlau­ber nicht sieht. „Um 5.17 Uhr war herr­li­cher Son­nen­schein“, begrüßt der Seni­or­chef Wer­ner Nisch­ler am Früh­stücks­tisch die Lin­den­hof-Gäs­te, die depri­miert auf die Regen­trop­fen an den Fens­ter­schei­ben star­ren. Nur der Früh­jog­ger, der um 5.20 Uhr ein­ge­hüllt in Kapu­ze und Regen­cape durch nas­se Wie­sen gestol­pert war, wun­dert sich ein wenig. Aber: es kann ja sein. Son­ne von 5.17 Uhr bis 5.20 Uhr. Jetzt feh­len nur noch 314 Son­nen­ta­ge.

    Der Tou­ris­mus­ver­ein sagt, das sei­en sta­tis­ti­sche Erhe­bun­gen – ob sie Wer­ner Nisch­ler erho­ben hat, sagt er nicht. Der Seni­or­chef jeden­falls ist der Exper­te fürs Wet­ter. „Mor­gen scheint die Son­ne wie­der“, sagt er im Brust­ton der tiefs­ten Über­zeu­gung, wenn abends Blit­ze und Don­ner sogar das Licht im Hotel aus­pus­ten. In Win­des­ei­le ver­brei­tet sich die gute Nach­richt. Mor­gen scheint die Son­ne wie­der.

    Nun kann man dem Süd­ti­rol-Exper­ten nicht vor­wer­fen, dass er sich nicht stel­len wür­de. Mit dem Regen­schirm wagt er sich am nächs­ten Mor­gen von sei­ner Woh­nung ins Hotel. Und wie wir das von den Exper­ten im Fuß­ball ken­nen, die einen 1:0-Sieg getippt haben und nach­her fach­män­nisch erklä­ren, war­um es eine 0:6-Niederlage gewor­den ist, weiß auch der Wet­ter- Nisch­ler, war­um es heu­te doch reg­net – und die Son­ne wohl erst um 23.12 Uhr schei­nen wird.

    Zur Ehren­ret­tung von Wer­ner Nisch­ler muss man sagen, dass er viel Sport treibt (sofern Golf Sport ist…), jung geblie­ben (76) und des­halb gesund­heit­lich so fit ist, dass er an sei­nem Kör­per Wet­te­rän­de­run­gen nicht wahr­neh­men muss/ kann. Er macht Vor­her­sa­gen mit jahr­zehn­te­lan­ger Wet­ter-Erfah­rung, wobei letz­te­res viel­leicht das Pro­blem ist. Denn 2017 ist nichts, wie es mal war, sieht man mal davon ab, dass der FC Süd­ti­rol wie­der nicht auf­ge­stie­gen ist. In ganz Euro­pa schlägt das Wet­ter Kaprio­len, was selbst die von Ber­gen geschütz­te Ort­schaft Naturns nicht ver­schont. Die 3000er im Vinsch­gau sor­gen näm­lich für gewöhn­lich für eine Insel­la­ge und für so wenig Nie­der­schlä­ge, wie man sie sonst nur in Sizi­li­en misst. Jede Wet­ter-App ver­sagt, Meteo­ro­lo­gen sind ob ihrer eige­nen Vor­her­sa­gen ver­zwei­felt – und wahr­schein­lich ist nur noch Wer­ner Nisch­ler sicher, dass der Herbst die 315 Son­nen­ta­ge in Naturns brin­gen wird.

    Obwohl: vom 1. August bis 31. Dezem­ber sind es ja nur noch 153 Tage. Das könn­te eng wer­den. „Wir haben doch jetzt schon 235 Son­nen­ta­ge gehabt“, sagt der Früh­auf­ste­her Nisch­ler und lacht. So lan­ge er kei­nem erzählt, dass Ita­li­en Fuß­ball-Euro­pa­meis­ter gewor­den ist, glau­ben wir ihm halt mal… Nächs­tes Jahr wird sowie­so wie­der alles bes­ser.

    Sagt er.

    Gegen­dar­stel­lung

    Das gesam­te Lin­den­hof-Team ein­schließ­lich Emma Nisch­ler ver­wah­ren sich gegen die­sen Arti­kel. Wer­ner Nisch­ler sei der Ein­zi­ge mit hun­dert­pro­zen­ti­ger Treff­si­cher­heit in Sachen Wet­ter. Auf ihn kön­ne man sich ver­las­sen. Wenn er sagt, um 15 Uhr reg­net es, reg­net es um 15 Uhr.


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