Lie­be Gäs­te, lie­be Freun­de

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    Lie­be Gäs­te, lie­be Freun­de

    wahr­schein­lich sind die Tage der Besin­nung für mich in die­ser Zeit noch aus­ge­präg­ter als sonst vor und wäh­rend Weih­nach­ten. Schließ­lich liegt ein Jahr hin­ter uns, in dem nach vie­len Gesprä­chen, Über­le­gun­gen, Ände­run­gen, Aus­ein­an­der­set­zun­gen, Kom­pro­mis­sen und Hoff­nun­gen die Ent­schei­dung gefal­len ist, unser Hotel in kür­zes­ter Zeit umzu­ge­stal­ten. Und schließ­lich liegt jetzt ein Jahr vor uns, in dem sich zei­gen muss, ob all’ unse­re krea­ti­ven Ide­en und gut gemein­ten Ansät­ze bei Euch auch so ankom­men wer­den, wie wir uns das erhof­fen…

    Ich weiß nicht, ob Ihr das ver­ste­hen könnt: Aber so oft wie in die­ser nächt­li­chen Stil­le vor dem täg­li­chen Bau­lärm habe ich noch nie an Euch gedacht. Ich weiß, Ihr wer­det jetzt sagen, dass ich nur die Sor­ge habe, dass Ihr nicht mehr kommt und ich nach­her in mei­nem teu­ren Erleb­nis & Genuss Resort viel­leicht noch die Ban­ker ver­kös­ti­gen darf, die mir die Kre­di­te gege­ben haben. Viel­leicht. Ja, es könn­te sogar durch­aus sein, dass dies der Anlass dafür war, jetzt so inten­siv an Euch zu den­ken.

    Nur: dabei ist mir auf­ge­fal­len, dass unser Ver­hält­nis viel­leicht doch mehr ist als eine Hote­lier-Gast-Bezie­hung. Dass vie­le Gäs­te Freun­de gewor­den sind, dass ich Eure Kin­der ins Herz geschlos­sen habe, dass ich mit eini­gen von Euch groß gewor­den bin, wenn ich das Wort groß in die­sem Zusam­men­hang mal in Ver­bin­dung mit mir anwen­den darf. Ihr seid näm­lich schon nach Naturns gekom­men, als mein Vater noch sei­ne Pen­si­on hat­te. Mit Euren Kin­dern habe ich im Gar­ten gespielt, sie kom­men heu­te noch, inzwi­schen sogar mit ihren Kin­dern. Ich kann mit Euch über Fuß­ball reden, wenn Ihr nicht gera­de Duis­burg- oder Stutt­gart-Fan seid, über Wei­ne, über Wan­de­run­gen, über die bes­ten Fahr­rä­der und die neu­es­ten Autos. Über gutes Essen. Sogar über Poli­tik. Ich höre ger­ne zu, wenn Ihr mir von Eurer Hei­mat in der Schweiz, Deutsch­land, Öster­reich oder Ita­li­en erzählt, und ich ler­ne nie aus, wenn Ihr mich in die Geheim­nis­se Eures Berufs ein­weiht. Auch wenn ich eini­ge viel­leicht nur ein oder zwei Wochen im Jahr sehe: Es wür­de mir was feh­len, wenn es nicht so wäre. Und damit mei­ne ich bestimmt nicht Euer Geld.

    69 Pro­zent Stamm­gäs­te – es ist ein Wahn­sinn. Und es zeigt, dass wir viel­leicht doch auch das eine oder ande­re bis­her in unse­rem Hotel rich­tig gemacht haben. Damit mei­ne ich mei­ne Fami­lie, jung und alt, aber auch die Mit­ar­bei­ter, unter denen es eini­ge treue See­len gibt, die nicht nur zum Geld ver­die­nen im Lin­den­hof arbei­ten. Ich glau­be, das spürt ihr auch. Ihr kennt sie, sie ken­nen Euch. Ihr seid schon alte Bekann­te. Und wie oft ist es schon pas­siert, dass auch aus Gäs­ten Freun­de gewor­den sind, die sich zu ihrem gemein­sa­men Urlaub im Lin­den­hof tref­fen. Die einen kom­men aus Zürich, die ande­ren aus Ber­lin. Oder sonst­wo­her. Viel­leicht soll­ten wir eine Lin­den­hof-Com­mu­ni­ty grün­den, wie das neu­deutsch heißt. Damit wir alle immer in Ver­bin­dung blei­ben.

    Auf was für Gedan­ken man nicht alles kommt in solch einer Zeit am frü­hen Mor­gen. Ich den­ke an Fami­lie Sch. – und wie den Kin­dern wohl die neue Rutsch­bahn gefal­len wird. Ich den­ke an Herrn K. – und für wel­chen Ruhe­raum er sich wohl ent­schei­den wird. Ob Frau M. sich in unse­rem ARTS­PA wohl­füh­len wird. Wie Herr D. mit der neu­en Gara­ge zufrie­den sein wird. Und und und…

    Und ob ihr alle schön und fried­lich Weih­nach­ten fei­ern wer­det. Das wün­schen wir Nisch­lers Euch näm­lich von gan­zem Her­zen. Ein fro­hes Fest, ein gesun­des und glück­li­ches neu­es Jahr. 2018 könn­ten wir sogar zusam­men fei­ern, denn unser Resort wird dann auch vom 26. Dezem­ber bis zum 7. Janu­ar geöff­net haben. Viel­leicht bin ich dann auch nicht mehr so sen­ti­men­tal wie heu­te. Weil Ihr mir viel­leicht bis dahin schon gesagt habt, dass Euch unser neu­er Lin­den­hof noch bes­ser gefällt als der alte.

    Hof­fent­lich.

    Lasst es euch gut gehen! Ich muss raus, die har­te Rea­li­tät hat mich wie­der. Es kommt zwar kein Gast, aber der Bag­ger.

    Alles Lie­be, Euer
    Joa­chim Nisch­ler

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4 Comments

  • Lie­ber Joa­chim
    Jede Ver­än­de­rung schliesst Türen aber öff­net auch neue und gibt dadurch Ansporn für Ver­än­de­rung. Ver­än­de­run­gen ist ein ste­ti­ger Beglei­ter bei Men­schen
    Die Träu­men, Pla­nen, wün­schen und wie du ver­wirk­li­chen. All dies ist eng ver­bun­den mit dem Men­schen mit dir. Ich gra­tu­lie­re und wün­sche dir und dei­nen liebs­ten fro­he Fest­ta­ge .

    • Lie­ber Urs,
      vie­len Dank für dei­nen lie­ben Kom­men­tar. Auch ich wün­sche dir alles Gute für das neue Jahr und freu­en mich schon Dich im „neu­en“ Lin­den­hof begrü­ßen zu dür­fen.
      Joa­chim

  • Hal­lo Joa­chim, habe soeben dei­nen Weih­nachts­wunsch gele­sen. wun­der­bar dei­ne Gedan­ken und Wün­sche und daß wir uns alle wohl­füh­len kön­nen im neu­en Lin­den­hof. Ich bin über­zd
    äugt daß alles klap­pen wird und freue mich aufs Früh­jahr und mei­nen Wan­der­freun­den. Und euch lie­be Fam. Nisch­ler eine fro­he Weih­nacht und alles gute und viel Gesund­heit! Grü­ße Rudi

    • Dan­ke Rudi für dei­ne net­ten Wor­te. Ich freu­en mich sehr, dich in der nächs­ten Sai­son wie­der als Wan­der­füh­rer bei mir zu haben.
      Ich wün­sche dir und dei­ner Fami­lie alles Gute für das neue Jahr.
      Grü­ße Joa­chim.

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