Kulinarik
26. August 2026

Vinschger Marillen, frischer Speck und würzige Paarlen: Auf den Märkten der Region liegt die Südtiroler Küche schon vor dem Mittagessen auf dem Tisch.

Kulinarische Schätze auf Südtiroler Märkten: Was der Vinschgau zu bieten hat

Ein Marktstand mit Speck, der nächste mit frischen Vinschger Marillen, dazwischen der Duft von frisch gebackenen Paarlen. Wer durch den Vinschgau und das Meraner Land reist, findet auf den Südtiroler Märkten ein Stück echte Küche, lange bevor der erste Teller auf dem Tisch steht.

Die Märkte liegen oft nur wenige Kilometer voneinander entfernt und finden an unterschiedlichen Wochentagen statt. Wer im Lindenhof in Naturns wohnt, hat den ersten Markt direkt vor der Tür und weitere in Reichweite einer kurzen Fahrt oder einer Zugfahrt mit der Vinschgerbahn.

Der Wochenmarkt in Naturns: der erste Stopp

Samstags von 8 bis etwa 13 Uhr verwandelt sich der Rathausplatz in Naturns in einen Markt. Angeboten werden typische Bauernprodukte wie Speck und Käse, dazu Pflanzen, Lederwaren und Kleidung. Der Markt ist ein Treffpunkt für Einheimische und Gäste. Wer hier stöbert, kauft oft gleich ein, was am Abend auf den Tisch kommt. Das Angebot wechselt mit der Jahreszeit: im Frühling stehen mehr Setzlinge auf den Tischen, im Herbst mehr Wurzelgemüse und Kraut.

Das Zentrum von Naturns ist vom Lindenhof aus in wenigen Gehminuten erreichbar. Der Samstagvormittag lässt sich so mit einem kurzen Spaziergang zum Markt beginnen, ganz ohne Auto.

Bauernmärkte im Vinschgau: Schlanders und Mals

In Schlanders verwandelt sich donnerstags die Fußgängerzone in einen Bauernmarkt. Neben Äpfeln und Gemüse aus der Umgebung stehen Honig, Edelbrände, Käse und Aufschnitt auf den Tischen. Ein fester Bestandteil sind die Vinschger Paarlen, ein würziges Brot aus Roggen und Dinkel, das paarweise gebacken wird und im Vinschgau seit Generationen Tradition hat. An diesem Vormittag ist die Fußgängerzone von Schlanders ganz den Marktständen vorbehalten.

Im oberen Vinschgau findet mittwochs der Bauernmarkt in Mals statt. Erzeuger aus den umliegenden Höfen verkaufen Käse, Speck und frisches Brot aus eigener Produktion, dazu Marmelade, Essig, Säfte und Kräutertees. Beide Märkte zeigen, wie stark das obere Vinschgau von der Landwirtschaft geprägt ist.

Kleine Dorfmärkte abseits der Hauptorte

Nicht nur die großen Orte haben eigene Märkte. In Tisens öffnet mittwochs ein kleiner Bauernmarkt mit Erzeugnissen direkt von den Höfen der Umgebung. In Schenna verkaufen Erzeuger donnerstags Käse, Wein, Honig, Gebäck und Handwerksprodukte. In Lana findet freitags gleich an zwei Standorten ein Markt statt, einer davon mit Schwerpunkt auf Obst, Gemüse, Speck und Wurstwaren aus eigener Herstellung.

Diese kleineren Märkte sind weniger auf Gäste ausgerichtet als jene in Naturns und Meran. Wer sie besucht, kommt näher an die Erzeuger heran und erfährt oft direkt am Stand, wie ein Produkt entstanden ist.

Was auf Südtiroler Märkten nicht fehlen darf

Manche Produkte tauchen auf fast jedem Markt der Region auf. Vinschger Marillen und Äpfel aus dem Etschtal zählen dazu, ebenso Honig, der häufig aus dem Schnalstal stammt. Speck und Almkäse kommen von Höfen aus der Umgebung, der Käse reift oft mehrere Monate auf der Alm, bevor er auf den Markt kommt. Wildkräuter werden je nach Jahreszeit frisch gesammelt, im Herbst kommen Kastanien und Kürbis dazu.

Wer diese Produkte auf dem Markt gesehen und probiert hat, erkennt sie später auf der Speisekarte wieder. Am Abend im Lindenhof lässt sich vergleichen, was tagsüber auf dem Markt lag und was nun auf dem Teller liegt.

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