Ein Schal­ke-Fan macht auf Kul­tur…

  • DSC_5984h

    Ein Schal­ke-Fan macht auf Kul­tur…

    Der Kreuz­wirt Han­nes Chris­ta­nell liebt Kunst und lädt jedes Jahr zu einem Fes­ti­val an die Frei­licht­büh­ne.

    DSC05253Die schlech­te Nach­richt: Restau­rant und Hotel „Kreuz­wirt“ wird es nicht mehr lan­ge geben. Die gute Nach­richt: „Naturns lacht” wird zumin­dest noch eine Genera­ti­on über­ste­hen. Dafür sieht Han­nes Chris­ta­nell, Wirt und Ver­an­stal­ter, ein­deu­ti­ge Bele­ge.

    Beweis 1: Sohn Xaver ist vier, als er beim Spa­zier­gang unver­mit­telt an einem Auto ste­hen bleibt und sei­nem Vater erklärt, dass das gar nicht geht: „Ein Audi – mit Fel­gen von VW. Unmög­lich”, sagt er. Und Han­nes Chris­ta­nell erkennt: „Ich habe einen geschei­ten Sohn. Und wer gescheit ist, wird nicht Wirt – und zwölf bis 14 Stun­den frei­wil­lig arbei­ten.” Beweis 2: Sohn Xaver ist fünf, als er mit Kath­rin Hir­ber in Lana bei der Pro­be von „Rapun­zel” dabei ist – und sei­ne Mut­ter, die Regie führt, belehrt: „Der Mann ist vor­her rechts raus gegan­gen, wie kann er jetzt links wie­der rein­kom­men?” Der Vater jeden­falls fol­gert: „Er erkennt bei kul­tu­rel­len Auf­füh­run­gen, was gut und was schlecht ist.”

    Naturns lacht.

    Dabei wäre dem Kreuz­wirt Han­nes Chris­ta­nell, der seit 20 Jah­ren das Event „Naturns lacht” auf der Frei­licht­büh­ne hin­ter dem Dorf­platz ver­an­stal­tet, das Lachen einst fast ver­gan­gen. „Als ich vor 20 Jah­ren mal so Aben­de bei mir im Saal ein­ge­führt habe, waren die Künst­ler unter sich. Ich hab nur Mie­se gemacht.“ Er hat trotz­dem nicht auf­ge­ge­ben, den Ver­ein Caris­ma gegrün­det und Unter­stüt­zung bekom­men. Zum Bei­spiel von der Gemein­de und dem Tou­ris­mus­ver­ein Naturns. „Inzwi­schen zah­le ich nicht mehr drauf. Und muss nicht mehr alles allei­ne machen“, sagt er vor der dies­jäh­ri­gen Ver­an­stal­tungs­rei­he vom 3. bis 23. August.

    Han­nes Chris­ta­nell, der als Hote­lier und Gas­tro­nom den „Kreuzwirt“an der Haupt­stra­ße in Naturns betreibt, hat Kunst und Künst­ler in sei­ner Hei­mat­ge­mein­de salon­fä­hig gemacht. KinderlachenMit viel Enga­ge­ment, Zeit und Geld. Er hat oft mit den Boz­nern gere­det, die damals gera­de ihre Kaba­rett­rei­he auf­ge­ge­ben haben. Er hat mit Agen­ten tele­fo­niert, er hat Vide­os von Künst­lern begut­ach­tet, er hat Ver­trä­ge aus­ge­han­delt, Pro­gram­me zusam­men­ge­stellt, Spon­so­ren gesucht. Nicht immer lief alles per­fekt. „Man hat mir mal Micha­el Mit­ter­mei­er für 1.600 D-Mark ange­bo­ten. Ich habe mich dann für einen ande­ren ent­schie­den, der nur 1.400 gekos­tet hat”, sagt Chris­ta­nell und lacht dar­über. Heu­te. Damals ist kurz danach aus dem klei­nen Micha­el der gro­ße Fern­seh­star gewor­den. In Naturns war er nie – wegen 200 D-Mark.

    Der Kreuz­wirt hat das alles neben­her gemacht. Neben zwölf bis 14 Stun­den Arbeit im Hotel. Und noch mehr, als er sein Haus umge­baut hat. Moder­ne­re Zim­mer, mehr Bet­ten. Ein Stress und schlaf­lo­se Näch­te – auch wegen des Invests. „Die Kunst ist ein Aus­gleich für mich, ich brauch das, um abschal­ten zu kön­nen”, sagt Han­nes, der sein Hotel jetzt das ers­te Klein­kunst­ho­tel Süd­ti­rols nennt. Der zwei­fa­che Fami­li­en­va­ter, der wenigs­tens noch auf sei­ne drei­jäh­ri­ge Toch­ter Fan­ny als Nach­fol­ge­rin im „Kreuz­wirt“ set­zen kann, ist inzwi­schen mit vie­len Künst­lern auf du und du. Es sind Freund­schaf­ten ent­stan­den, erzählt er – und man­che wür­den kom­men und nicht die Gagen ver­lan­gen, die sie anders­wo erhal­ten. „Sie woh­nen hier, sie essen hier, sie füh­len sich hier daheim”, sagt Han­nes Chris­ta­nell und zählt die Namen auf: Mar­tin Schnei­der, Die­ter Nuhr, Rolf Mil­ler, Alfons. „Das taugt denen” – wie es der Süd­ti­ro­ler sagt.

    „Ich wer­de dann wie immer fünf Minu­ten vor neun das letz­te Bier abkas­sie­ren und rüber het­zen zur Büh­ne, um die Ansa­ge zu machen.” Die Spon­so­ren muss er nen­nen, dass man das Han­dy aus­ma­chen soll, wird er sagen – und manch­mal ist er noch so in der Hek­tik, dass er den Namen des Künst­lers ver­gisst. Aber er hat ja Xaver in der ers­ten Rei­he sit­zen – als Souf­fleur. Der sechs­jäh­ri­ge Kunst­sach­ver­stän­di­ge wird ihm hel­fen – er hat den glei­chen Humor wie sein Vater. Das merkt man schon dar­an, dass er auch Fan von Schal­ke 04 und dem FC Süd­ti­rol ist…

    Pro­gramm 2019FR5C4735-1-752x440:

    Sams­tag, 03,08 „Magi­sche Momen­te“- Zum 20. Jubi­lä­um tre­ten auf der Frei­licht­büh­ne und dem Rat­haus­platz in Naturns Künst­ler aus ver­schie­de­nen Berei­chen auf mit Magie, Varie­tè, Licht­shows und vie­les mehr.

    Diens­tag, 06,08 »Fla­men­co Come­dy Show« à la Paul Moroc­co & Olé, Lost Locos  – Tanz, Musik und Tem­po des Fla­men­co

    Frei­tag, 09.08 Nad­ja Maleh „Hop­pa­la“ – über die wah­ren Miss­ge­schi­cke der Mensch­heit. Hop­pa­las sind all­zu mensch­lich.

    Diens­tag, 13,08  Josef Brust­mann „Das Leben ist kurz-kauf die roten Schu­he“- mit sei­ner Musik ret­ten, was zu ret­ten ist.

    Frei­tag, 16.08 Impro­thea­ter Caram­bo­la­ge und Geba und Gesch – „Schwamm drü­ber und Rosen run­ter“ Acht Schau­spie­le­rIn­nen und zwei Musi­ker des Impro­thea­ters Caram­bo­la­ge mit dem Wie­ner Duo Georg Bau­er (GeBa) und Gerit Scholz (GeSch).

    Diens­tag, 20.08 Veri „Uni­ve­ri­tät“ die Ant­wort auf Bil­dungs­lü­cken, Fach­kräf­te­man­gel und Pisa­stu­di­en

    Frei­tag, 23.08 Mon­sieur Bre­zel­ber­ger mit sei­nem Solo­pro­gramm „Wun­der, Wahn­sinn, Welt­ni­veau“


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.