Die Kunst des Rös­tens von Kaf­fee

  • Kaffee Lindenhof in Naturns

    Die Kunst des Rös­tens von Kaf­fee

    Wie eine Kaf­fee­rös­te­rei aus Part­sch­ins die Gour­met­welt in Euro­pa erobert hat.

    Fami­lie Merk­le aus Güters­loh hat ein­mal nach dem vie­len Lob für Ser­vice und Küche auf dem Lin­den­hof-Fra­ge­bo­gen noch eine all­ge­mei­ne Anmer­kung mit Herz­chen notiert: „Und noch was“, schrie­ben die Dol­ce­Vi­ta-Gäs­te, „euer Kaf­fee ist ein­ma­lig.“

    Es war ein Kom­pli­ment, das der Lin­den­hof-Hotel­chef ger­ne wei­ter gab – an unse­ren Haus-Lie­fe­ran­ten. „Die wenigs­ten wis­sen, dass alle Dol­ce­Vi­ta-Hotels Süd­ti­ro­ler Kaf­fee ser­vie­ren“, sagt Joa­chim Nisch­ler, der auf die Zusam­men­ar­beit mit der  Kaf­fee­rös­te­rei Schrey­ögg in Part­sch­ins beson­ders stolz ist. „Wir Ita­lie­ner sind ja Kaf­fee­ken­ner und haben schon früh erkannt, wel­che Qua­li­tät Schrey­ögg lie­fert.“

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    Espres­so – Aus­lauf

    Inzwi­schen ist die Qua­li­tät weit über die Gren­zen Süd­ti­rols hin­aus bekannt.

    Gour­met­lo­ka­le in ganz Euro­pa bezie­hen ihren Kaf­fee aus Part­sch­ins. Und das ist kein Wun­der. „Für unse­re Kaf­fee­mi­schun­gen suchen wir aus­schließ­lich nach strengs­ten Kri­te­ri­en selek­tier­te Spe­zia­li­tä­ten von aus­ge­wähl­ten Plan­ta­gen“, sagt Peter Schrey­ögg, der das Unter­neh­men in der drit­ten Gene­ra­ti­on lei­tet und dafür sorgt, dass die Kunst des Rös­tens auch heu­te noch über­lie­fert ist.

    Viel­leicht hat Peter Schrey­ögg statt Mut­ter­milch Kaf­fee bekom­men. Jeden­falls ist er der Exper­te auf dem Gebiet des Rös­tens. „Mein Vater hat es mich gelehrt“, sagt der 31-Jäh­ri­ge und erin­nert an die Fami­li­en­tra­di­ti­on – und an sei­nen Groß­va­ter. 1890 hat der mit einem Deli­ka­tes­sen­ge­schäft in Meran den Grund­stein für das heu­ti­ge Unter­neh­men gelegt. Schnell wur­de der Name Schrey­ögg für die Fein­schme­cker in Süd­ti­rol zum Begriff, die in dem Geschäft im heu­ti­gen Volks­bank­ge­bäu­de auf dem Korn­platz Deli­ka­tes­sen aus der gan­zen Welt kau­fen konn­ten.

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    Kon­trol­le des Röst­vor­gangs

    Josef Schrey­ögg aber ent­wi­ckel­te damals immer mehr eine Art Lie­be zur dunk­len Boh­ne. Er wur­de zum Kaf­fee­ex­per­ten schlecht­hin – und inves­tier­te auch in den Fort­schritt. 1905 instal­lier­te er die ers­te elek­trisch ange­trie­be­ne Kaf­fee­röst­ma­schi­ne, die dafür sorg­te, dass die Kunst des Rös­tens den Schwer­punkt und die wah­re Stär­ke des Unter­neh­mens Schrey­ögg aus­macht, das heu­te ihren Sitz in Part­sch­ins hat und 65 Pro­zent des Umsat­zes weit über den Gren­zen Süd­ti­rols macht. „Das Herz­stück für uns ist aber die hei­mi­sche Gas­tro­no­mie“, sagt der Süd­ti­ro­ler, der ein beson­de­res Augen­merk auf das Qua­li­täts­ma­nage­ment und ent­spre­chen­de Zer­ti­fi­zie­run­gen legt. Für die Kom­po­si­ti­on  der Spe­zia­li­tä­ten­kaf­fees wer­den unter Berück­sich­ti­gung strengs­ter Kri­te­ri­en über zwan­zig ver­schie­de­ne Roh­kaf­fees von aus­ge­wähl­ten Plan­ta­gen bezo­gen. „Die Bekömm­lich­keit und Aus­ge­wo­gen­heit errei­chen wir durch eine sor­ten­rei­ne und tra­di­tio­nel­le scho­nen­de Lang­zeit­lö­sung“, sagt Peter Schrey­ögg.

    Kaf­fee zu pro­du­zie­ren ist ein ganz beson­de­res Hand­werk und will gelernt sein. „Ich glau­be, nur durch jah­re­lan­ge Erfah­rung hat man das not­wen­di­ge Wis­sen und kann die Viel­falt, die in Kaf­fee steckt, ent­de­cken und ver­ste­hen“, sagt der Chef der Fir­ma Schrey­ögg. Tat­säch­lich ist Kaf­fee als Natur­pro­dukt von vie­len Fak­to­ren beein­flusst und abhän­gig, wes­halb es umso wich­ti­ger ist, das Pro­dukt im Roh­zu­stand beur­tei­len zu kön­nen. „Nur dann kann man die Rös­tung dar­auf abstim­men“, sagt Peter Schrey­ögg, für den „ein gewach­se­ner Erfah­rungs­schatz die Basis und die Stär­ke des Unter­neh­mens ist“. Sei­ne Spe­zia­li­tät ist die Pro­duk­ti­on von hoch­wer­ti­gen Espres­so­mi­schun­gen, dar­un­ter auch zer­ti­fi­zier­te Mischun­gen nach den Richt­li­ni­en des Isti­tu­to Nazio­na­le Espres­so Ita­lia­no (INEI) und fair gehan­del­ter Kaf­fee (Fair­tra­de). Feins­te Fil­ter­kaf­fee­mi­schun­gen für den Früh­stücks­be­reich, Bio-Kaf­fee­spe­zia­li­tä­ten, Auto­ma­ten­kaf­fees als All­roun­der sowie ent­kof­fein­ier­ter Espres­so und Pods ergän­zen die Pro­dukt­pa­let­te.

    „Ich habe nur ein Pro­blem mit dem Schrey­ögg Kaf­fee“, sagt Joa­chim Nisch­ler. „Ich trin­ke zu viel davon…“

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