Gutscheinwelt
Zurück zum Blog

Wir müssen kranke und alte Menschen schützen

Die Entscheidung, den Lindenhof bis zum 25. April zu schließen, ist Joachim Nischler nicht leicht gefallen. Aber er sieht einen wichtigen Sinn darin: „Das Virus darf die Risikogruppe nicht erreichen“, schreibt er in einem Newsletter an seine Gäste.

Liebe Gäste, liebe Freunde,

die Welt hat sich dieser Tage verändert. Und – selbst wenn Sie es bisher nicht glauben wollten – auch Südtirol gehört zu dieser Welt. Wir mussten heute schweren Herzens den Lindenhof schließen und uns von unseren Gästen verabschieden. Natürlich hoffen wir, dass wir mit Ihnen Ostern feiern können und planen eine Wiedereröffnung am 25. April. Zuversichtlich stimmt mich, dass unsere Regierung ihre Notfallpläne bis Anfang April terminiert hat und die jetzigen Sperrzonen bis dahin eine notwendige Unterbrechung dieser hohen Ansteckungskette bewirken werden. Ich denke, dass die Italiener hier vorbildlich auf die aktuelle Situation reagieren und alles tun, damit bald wieder jeder sicher Urlaub in Südtirol machen kann.

Meine Familie und ich glauben jedenfalls an diese Maßnahmen als einzige Chance, dieses Virus einzudämmen. Auch wenn es im Moment schon ein wenig gespenstisch anmutet, dass wir aufgefordert sind, bei strahlendem Wetter und bester Gesundheit unsere Wohnungen nur in Notfällen zu verlassen. Italiener dürfen zur Arbeit gehen oder einkaufen oder aus gesundheitlichen Gründen das Haus verlassen. Bars können nur öffnen, wenn sie einen Mindestabstand der Gäste von einem Meter garantieren, um 18 Uhr müssen sie schließen. Ich darf nicht einmal Rad fahren. Es hört sich schlimm an. Draußen warten die Berge – drinnen hören wir nur, wie sich dieses Virus ausbreitet. Was mir aber am meisten fehlen wird, seid ihr. Unsere Gäste. Wer mich kennt, weiß, dass ich das nicht nur sage, weil uns finanziell ein herber Verlust droht. Ich sage das auch, weil ihr wie Freunde für mich geworden seid und weil ich euch gerne um mich habe.

Leid tut es mir auch um unsere Mitarbeiter, die vergangene Woche angefangen haben zu arbeiten – und die ich jetzt wieder nach Hause schicken muss. Nach Hause… Viele sind ja gar nicht von hier – und sie müssen trotzdem die nächsten Wochen im Teamhouse in Naturns ausharren. Finanziell werden wir für sie eine Lösung finden, hoffe ich. Das Problem wird mehr psychischer Natur sein – bei diesem „Hausarrest“ im fremden Land.

Ich jammere, aber ich weiß auch, dass wir das Richtige tun: Die wichtigste Aufgabe aller wird es in den nächsten Wochen sein, kranke und alte Menschen vor diesem Virus zu schützen. Die Ansteckungslinie so zu unterbrechen, dass es diese „Risikogruppen“ nicht erreicht. Diesem lebensrettenden Ziel müssen wir alles andere unterordnen, auch wenn wir so etwas nicht gewohnt sind. Unsere persönliche Freiheit, unsere möglichen finanziellen Einbußen, unsere ersehnten Urlaubsfreuden – ja, auch leider unser Wiedersehen. Für meine Familie und mich war es deshalb seit ein paar Tagen selbstverständlich, nach der besten Lösung zu suchen, um unsere Gäste zu schützen. Und wir wussten schon vor der Empfehlung aus Rom, dass dies nur eines bedeuten kann: Den Lindenhof vorübergehend zu schließen.

Wir werden Sie über facebook und unsere SUITE-Online-Zeitung auch in den nächsten Wochen auf dem Laufenden halten. Und wir hoffen, dass die Osterhasen dieses Virus irgendwo fangen und verstecken. Am besten, nicht auf dieser Welt. Dann feiern wir mit Ihnen vom 25. April an. Irgendwie macht mich dieser Gedanke wieder fröhlicher.

Bleiben Sie gesund.

Ihr

Joachim Nischler mit Familie

Die Kommentare zu diesem Beitrag sind geschlossen.