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24. September 2026

Zwischen Ernte und erstem Schnee liegen die klarsten Wochen des Wanderjahres.

Wandern im Herbst: Goldene Wege in Südtirol

Im September wird die Luft im Vinschgau trockener. Die Fernsicht reicht plötzlich bis zur Ortlergruppe, der Boden trocknet schneller ab und die Wege sind leerer als im Hochsommer. Wer im Herbst wandert, hat länger etwas von jeder Tour: keine Mittagshitze, keine Ausweichzeiten, keine überfüllten Hütten.

Naturns liegt auf rund 500 Metern am Talboden, dahinter steigt der Hang steil an. Diese Höhenlage entscheidet im Herbst über den Charakter einer Tour. Unten reifen noch die Äpfel, oben liegt der erste Schnee auf den Gipfeln der Texelgruppe. Vom Lindenhof in Naturns aus sind beide Ebenen an einem Tag erreichbar.

Die Wandersaison rund um Naturns reicht von März bis November. Über 300 Sonnentage im Jahr halten die Wege lange begehbar.

Waalwege: flach, schattig, ganztägig begehbar

Die Waalwege begleiten historische Bewässerungskanäle am Hang entlang. Sie verlaufen fast eben, weil das Wasser nur ein minimales Gefälle verträgt. Genau das macht sie im Herbst so brauchbar: wenig Höhenmeter, viel Strecke, gute Wege auch bei feuchtem Wetter.
In direkter Umgebung von Naturns liegen der Stabener und der Tscharser Waalweg. Der Stabener Waalweg lässt sich mit einem Abstecher zu Schloss Juval verbinden. Weiter talauswärts führt der Latschander Waalweg über acht Kilometer von Latsch nach Galsaun. Richtung Meran folgen der Partschinser, der Rablander und der Algunder Waalweg.
Praktisch ist die Kombination mit der Vinschgerbahn. Wer eine Strecke in eine Richtung geht, fährt mit der Bahn zurück, statt denselben Weg zweimal zu laufen. Bis zum Bahnhof Naturns sind es vom Hotel 700 Meter.

Meraner Höhenweg und Naturpark Texelgruppe

Der Meraner Höhenweg umrundet die Texelgruppe auf rund 100 Kilometern und etwa 5.000 Höhenmetern. Er trägt die Markierung 24 und lässt sich in fünf bis acht Etappen gehen, in beide Richtungen. Ein Einstieg liegt in unmittelbarer Nähe von Naturns.

Die wenigsten gehen den ganzen Weg. Sinnvoller ist im Herbst eine einzelne Etappe oder ein Teilstück als Tagestour. Der Südteil über dem Vinschgau ist der sonnigere und bleibt bis in den November hinein begehbar. Der Nordteil im Pfossental liegt höher und wird früher winterlich.

Wer die Hütten entlang der Strecke einplant, prüft vorher die Bewirtschaftungszeiten. Viele Almen schließen im Herbst nach der Almabtriebssaison.

Sonnenberg und Nörderberg: zwei Hänge, zwei Charaktere

Naturns liegt zwischen zwei sehr unterschiedlichen Talseiten. Der Sonnenberg im Süden ist trocken und karg, mit Trockenrasen, Föhren und Steinmauern. Er wärmt schnell auf und eignet sich deshalb auch für kühle Herbstmorgen und für Touren im Spätherbst.

Der Nörderberg gegenüber ist bewaldet, feuchter und kühler. Im Herbst zeigt er die stärkeren Farben, weil dort Laubbäume und Lärchen stehen. Für die Mittagsstunden an einem warmen Oktobertag ist er die bessere Wahl.

Der Lindenhof bietet zweimal pro Woche geführte Wanderungen mit ortskundiger Begleitung an. Dazu gehören Wanderkarten, Nordic-Walking-Stöcke und eine Wanderjause. Eine Übersicht steht im Wanderangebot des Lindenhof. Wer lieber allein geht, findet unter den Ausflugszielen rund um Naturns weitere Ziele im Tal.

Nach der Tour: Wärme und Regeneration

Herbstwanderungen sind selten anstrengender als Sommertouren, aber sie kühlen mehr aus. Die Muskulatur arbeitet länger gegen die Kälte, besonders im Abstieg. Wärme danach ist deshalb kein Luxus, sondern der schnellste Weg zurück in die Beweglichkeit. Wer müde Beine gezielt regenerieren möchte, findet dafür im rund 5.000 Quadratmeter großen Spa-Bereich des Lindenhof verschiedene Möglichkeiten: In der Saunalandschaft stehen unter anderem die Schlosssauna aus Vinschgauer Naturstein, eine Biosauna und ein Dampfbad zur Verfügung. Für beanspruchte Muskeln ist eine gezielte Anwendung oft die effizientere Variante, etwa eine Sportmassage aus dem Bereich Beauty und Massagen.

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