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09. September 2019

Climb the wall of energy: Staumauer-Klettern in Südtirol

In Südtirol können sich Kletterfans an unterschiedlichen Gesteinsarten austoben: am Gneis beispielsweise, an Porphyr- oder kompakten Kalksteinwänden. Doch klettern am Beton? Auch das geht! Im Jahr 2015 kam zum klassischen Klettern in Südtirol ein weiteres Kapitel hinzu: Der erste Klettergarten an einer Staumauer. 

Neue Wege für das Klettern in Südtirol

Die Südtiroler Energiegesellschaft „Alperia“ und der Südtiroler Alpenverein haben 2015 gemeinsam den ersten Südtiroler Klettergarten an einer Staumauer eröffnet. Dieser liegt im Martelltal, einem besonders schönen und urigen Seitental des Vinschgaus. Bereits seit den 1950er-Jahren spielt der dortige Zufrittstausee eine wichtige Rolle in der Energiegewinnung. 

Der Zufrittstausee im Martelltal

Der mitten im Nationalpark Stilfserjoch auf 1850 m Höhe gelegene Stausee hat eine Fläche von 70 ha und wird vom Plimafluss durchflossen. Mit einem Stauvolumen von knapp 20 Mio. m³ ist er einer der größten Stauseen in Südtirol. Das dazugehörige Wasserkraftwerk befindet sich in der Ortschaft Laas. Die Staumauer misst an der höchsten Stelle ganze 83 Meter und besteht aus 17 Streben mit einer Breite von jeweils 18 Metern. Zahlreiche eingebaute elektronische Messinstrumente übermitteln ständig Daten zu Temperatur und zu Veränderungen im Beton.

Die „Alperia“-Klettersteige im Vinschgau

Die Klettersteige am Stausee im Vinschgau sind die höchsten künstlichen Kletterwände in Südtirol. An den senkrechten Betonmauern befinden sich 32 abgesicherte Kletterrouten, die ein einzigartiges Erlebnis in der Vertikale versprechen. 

Da die Routen im Schwierigkeitsbereich zwischen 4a und 7c liegen, kommen im Alperia-Klettergarten nicht nur Fortgeschrittene, sondern auch Anfänger und Familien mit Kindern auf ihre Kosten. Highlights sind zwei Routen über 80 m und vier Seillängen, die die Staumauer entlangführen. Die Ausrichtung nach West bzw. Nordwest macht den Staudamm auch im Sommer zu einem idealen Ziel für Kletterer – vor allem die Sektoren im Wald. Der Sektor „Ofenwand“ ermöglicht selbst das Klettern im Regen, kaum ein anderer Klettersteig im Vinschgau bietet diese Möglichkeit. Nur bei Starkregen kann die Route nicht geklettert werden, da dann Wasser durch die Risse dringen könnte. 

Anfahrt, Öffnungszeiten & technische Details des Klettergartens an der Staumauer

  • Schwierigkeit
    4 Routen bis 5c, 25 Routen bis 6c, 20 Routen bis 7c, 3 Routen bis 8b
  • Höhe der Routen
    Bis zu 80 m
  • Ideale Kletterzeit
    Von Juni bis Ende September
  • Öffnungszeiten
    Juni bis September
    Täglich: 09:00 – 21:30 Uhr
    Mittwoch: 09:00 – 23:00 Uhr
  • Anfahrt
    Von unserem Lindenhof Lifestyle DolceVita Resort in Naturns und von unseren DolceVita Partnerhotels in Naturns aus – dem Luxury DolceVita Resort Preidlhof und dem Feldhof DolceVita Resort – erreichen Sie den Zufrittstausee nach ca. 40 Fahrtminuten. Vom DolceVita Hotel Jagdhof in Latsch aus sind sie nach ca. 30 Minuten am Stausee. Etwas länger, ca. 1 ½ Stunden dauert die Anfahrt vom DolceVita Hotel ALPIANA RESORT in Völlan bei Lana aus. 

Fahren Sie der Vinschgauer Staatsstraße entlang bis nach Goldrain und biegen Sie in den Möslweg ein. Biegen Sie im Kreisverkehr bei der zweiten Ausfahrt in Richtung Morter/Martell ab und folgen Sie der Plimastraße bis zum Zufrittstausee. Parkmöglichkeiten gibt es am Hotel Zum See. 

Tipp: Der Stausee liegt mit 1850 m recht hoch und teilweise im Schatten. Denken Sie daran, genügend warme Kleidung für diesen Klettersteig im Vinschgau einzupacken. 

Rundwanderung um den mächtigen Stausee

Sie sind zum Wandern, nicht zum Klettern in Südtirol? Der blau glitzernde See ist ein beliebtes Ziel für Familienwanderungen. Der breite, flache Rundweg Nr. 36 führt vom Parkplatz am Hotel Zum See rund um das Gewässer. Der ca. 6 km lange Spazierweg eignet sich auch bestens für den Spaziergang mit Kinderwagen. 

Noch Energie übrig? Bergtour auf die Zufrittspitze (3.393 m)

Das Martelltal begeistert sie? Ein tolles Ziel im Kletterurlaub in Südtirol ist die Zufrittspitze. Zwar ist der Weg zur Zufrittspitze kein Alpinsteig, doch der schwierige Dreitausender fordert kurz vor dem Gipfel auch Kletterer heraus – hier muss man über sehr steile Felsen an einem Stahlseil hinauf zum Gipfel kraxeln. Diese Tour ist nur etwas für erfahrene, trittsichere Bergsteiger mit sehr guter Kondition. Die Wanderung dauert insgesamt ca. 8 ½ Stunden. Auf 15 km müssen 1.500 Höhenmeter überwunden werden. Lohn der Mühen sind herrliche Ausblicke auf die umliegenden Gletscher und Gipfel. 

Startpunkt der Tour ist das Gasthaus Zum See im Martelltal. Dort führt die Markierung Nr. 17 erst auf einer schmalen Straße, dann auf einem Fußweg durch den Wald talauswärts. Anschließend quert der Weg den Zufrittbach, dann führt er hinauf bis über die Waldgrenze zum Gelbsee und weiter durch Geröll und Felsgrate bis zum Gletscher und über die Gipfelflanke zum Kreuz. Der Abstieg erfolgt über die Anstiegsroute.

Tipp: Für die Tour braucht es Gletscherausrüstung. Denken Sie daran, Steigeisen mitzunehmen.

 

Bildquelle © DolceVita Hotels

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